Neuigkeiten

Wasser speichern in Haus, Hof und Garten: Jeder Beitrag zählt!

Wege aus gemähter Wiese anstatt Pflastern. Fördert die Versickerungsfähigkeit und ist kostengünstig. Foto: Roswitha Amschler

Praxisbeispiel eines in Eigenleistung installierten Gründachs: Für die Konstruktion wurden eine Teichplane, beschwerende Steine und Erde verwendet. Die Begrünung wurde der natürlichen Entwicklung überlassen. Fotos: Sabine Rhein.

Filter für den Zulauf in die Zisterne: Die Anlage wurden 1994 in Eigenleistung eingerichtet und wird seitdem mit großer Zufriedenheit genutzt. Der Filter wird je nach Verschmutzung oder Starkregenereignisse 2 bis 3 Mal jährlich gereinigt. Foto: Manfred Röhner

Der Umgang mit Regenwasser muss neu gedacht werden.

Unter dem Titel „Wasser speichern in Haus, Hof und Garten“ fand im März 2026 eine Informationsreihe zum nachhaltigen Umgang mit Wasser im privaten Raum statt, organisiert von der Schwammregion Streu-Saale. Vor dem Hintergrund zunehmender Trockenperioden, sinkender Grundwasserstände und häufiger Starkregenereignisse wurde dabei deutlich: Der Umgang mit Regenwasser muss neu gedacht werden.

Die Veranstaltungsreihe folgte einem klaren Leitbild: Landschaften und Siedlungen sollen Wasser aufnehmen, speichern und zeitverzögert wieder abgeben – ganz im Sinne des Schwammprinzips. Ziel ist es, den natürlichen Wasserkreislauf zu stärken und die Folgen des Klimawandels abzumildern.

In einer Mischung aus Fachvorträgen und Praxisberichten wurden konkrete und alltagstaugliche Lösungen vorgestellt. Ein zentraler Baustein ist das Sammeln und Nutzen von Regenwasser. Durch Regentonnen und Zisternen kann Wasser für die Toilettenspülung, die Waschmaschine oder die Gartenbewässerung verwendet werden. So lassen sich in einem Haushalt bis zu 43 Prozent des Trinkwasserverbrauchs einsparen.

Darüber hinaus wurde aufgezeigt, wie Regenwasser gezielt vor Ort versickert werden kann – etwa durch Mulden, Rigolen oder wasserdurchlässige Beläge. Dies fördert die Grundwasserneubildung und entlastet gleichzeitig die Kanalisation. Ergänzend tragen Dachbegrünungen dazu bei, Wasser zurückzuhalten, Hitze zu reduzieren und das Mikroklima zu verbessern.

Im Bereich Garten wurde besonders die Bedeutung eines angepassten Wassermanagements hervorgehoben. Maßnahmen wie Mulchen, Kompostwirtschaft, gezielte Bewässerung und eine durchdachte Pflanzenwahl helfen, Wasser zu sparen und die Bodenfruchtbarkeit zu verbessern. Während trockenheitsverträgliche Arten wie Walnuss oder Artischocke zunehmend profitieren, geraten klassische Kulturen wie der Apfelbaum bereits früh im Jahr durch Hitze und Trockenheit unter Stress.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den praktischen Erfahrungen mit Zisternen. Diese funktionieren im Alltag zuverlässig und leisten einen wichtigen Beitrag zur Ressourcenschonung. Sogenannte Versickerungszisternen ermöglichen es zudem, überschüssiges Wasser gezielt in den Boden abzuleiten. Auch finanziell kann sich dies auswirken: Im Rahmen der gesplitteten Abwassergebühr können versickerungsfähige Flächen oder die Nutzung von Regenwasser zu geringeren Gebühren führen.

Die Veranstaltung machte insgesamt deutlich: Bereits kleine Maßnahmen auf privaten Grundstücken können eine große Wirkung entfalten.

 

Was Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer selbst aktiv umsetzen können:

Viele wirksame Maßnahmen lassen sich direkt am eigenen Haus umsetzen – oft mit überschaubarem Aufwand:

  • Regenwasser nutzen: Regentonnen oder Zisternen installieren und Wasser für Garten, Toilette oder Waschmaschine verwenden. Das spart Trinkwasser und kann Gebühren senken. 

  • Flächen entsiegeln: Versiegelte Flächen reduzieren und durch wasserdurchlässige Beläge ersetzen – etwa Rasengittersteine, Pflaster mit breiten Fugen oder sogar Wege aus gemähter Wiese. 

  • Versickerung ermöglichen: Mulden, Sickerflächen, kleine Regenwasserteiche oder Rigolen im Garten anlegen, damit Regenwasser vor Ort bleibt. 

  • Gezielt bewässern: Pflanzen am besten abends und direkt im Wurzelbereich gießen – nicht großflächig. 

  • Vorausschauend gießen: Kurz vor angekündigtem Regen bewässern – so kann der Boden Wasser besser aufnehmen und Speicher wie Regentonnen oder Zisternen werden wieder frei. 

  • Boden schützen: Mulchen und dichte Bepflanzung helfen, Feuchtigkeit im Boden zu halten und Verdunstung zu reduzieren. 

  • Begrünung nutzen: Dachbegrünungen speichern Wasser und verbessern das Mikroklima – oft auch in Eigenleistung umsetzbar. 

  • Passende Pflanzen wählen: Auf trockenheitsverträgliche und standortgerechte Arten setzen. 

  • Kompost einsetzen: Verbessert die Bodenstruktur und erhöht die Wasserspeicherfähigkeit. 

  • Natur zulassen: Auch unscheinbare Elemente wie Moos zwischen Pflastersteinen können zur Wasserspeicherung beitragen. 

 

Fazit:
Eine klimaangepasste Zukunft beginnt im Kleinen. Ob durch das Sammeln von Regenwasser, die Entsiegelung von Flächen oder naturnahes Gärtnern – jeder kann einen Beitrag leisten. Denn am Ende gilt: Jeder Tropfen zählt.